Evangelisches Hospiz Stendal: Geschichte und Begleitung

Das Evangelische Hospiz Stendal verbindet eine lange diakonische Tradition mit der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen. Seine Geschichte ist eng mit der Stiftung Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus verbunden. Dieser Beitrag blickt auf die historischen Wurzeln, die Entwicklung der Hospizarbeit und die heutigen Angebote in Stendal.

Ein Einblick in die Geschichte der Stiftung Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus   

Am 01. Oktober 1946 kamen zunächst 34 und schließlich rund 100 Diakonissen aus dem schlesischen Kraschnitz hier in Stendal an vor nunmehr 80 Jahren. Sie fanden eine neue Heimat und nahmen ihren Dienst für kranke, hilfsbedürftige und schutzbedürftige Menschen auf – im Johanniter-Krankenhaus, im Ev.  Kindergarten und in zahlreichen Orten in der ambulanten Pflege. Damit führten sie das Werk fort, das 1862 mit der Gründung des Adelberdt-Diakonissen-Mutterhauses durch den Grafen Adelberdt von der Recke von Volmarstein begonnen hatte. Die Fürsorge der Diakonissen, ihr Glaube und ihr lebenslanger Einsatz für den Nächsten prägen die Stiftung und die hospizliche Arbeit bis heute.

Aus den Chronikaufzeichnungen für die Stiftung 1962 – 2012:

Anfang der 60er Jahre leben die Diakonissen in einer festen Gemeinschaft. Es gibt Verbindungen nach Mettmann, wo ein anderer Teil der Schwestern des Kraschnitzer Mutterhauses lebt. 

Das Mutterhaus in Stendal bleibt Träger der Krankenpflegeschule und prägt so auch über die Jahre bis 1985 viele Schulkurse. Es kommt nicht mehr zu Eintritten in die Schwesternschaft. Immer mehr junge Frauen, die zwar den geistlichen Hintergrund teilen, entschieden sich doch für ein Leben mit Familie. Fast selbstverständlich und unbedingt stärkend sind die vielen Kontakte zwischen den Mutterhäusern Magdeburg, Genthin, Braunschweig und die regelmäßigen Besuche aus anderen Häusern sowie aus Johanniterkreisen. Dadurch wird die dauernde Teilung in Ost und West weniger trennend erlebt. 

Die Stendaler werden sich erinnern an die 3 Häuser der Diakonissen rechts neben dem Eingang zum Johanniter Krankenhaus. An der Pforte steht noch immer der Schriftzug: ADM (Adelberdt Diakonissen Mutterhaus). Auch der 1965 erbaute Saal wird vielen im Krankenhaus Tätigen noch in Erinnerung sein. 

Die Zeit nach der politischen Wende bringt erhebliche Änderungen auch für die Schwestern mit sich, von denen die meisten jetzt einen wohlverdienten Ruhestand erreicht haben. Alte Kontakte leben wieder auf, das Krankenhaus wird an die Johanniter-Genossenschaft rückübertragen. Ein Besuch an der ursprünglichen Wirkungsstätte in Kraschnitz in Polen wurde möglich. 

Von der Krankenpflege zur Hospizarbeit

Auch nachdem die letzten Diakonissen 1990 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden waren, blieb ihr Auftrag lebendig. Aus dieser Tradition entwickelten sich die Anfänge der ambulanten und stationären Hospizarbeit in der Altmark, für die die Stiftung Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus bald darauf die Trägerschaft übernahm. 

Mit Beginn der Hospizarbeit eröffnete sich eine Zukunftsperspektive für das Fortbestehen diakonischen Handelns im Rahmen der Mutterhaus-Stiftung. Im April 1998 wurden in einem ersten Kurs ambulante ehrenamtlich tätige Hospizbegleiter ausgebildet und im November 1999 erhielt die Mutterhaus-Stiftung die Anerkennung als stationäres Hospiz mit zunächst 3 Betten. 

Ab Juli 2000 nahm es in dem umgebauten Haus Wendstraße 13 mit 6 Betten die Versorgung Sterbender auf. Ab 2006 konnten nach nochmaligem Anbau 8 Gäste im Hospiz versorgt werden und seit dem Umzug am 01.09.2026 in das neue Gebäude in der Bergstr. 26 stehen 10 Betten zur Verfügung.

Der Ambulante Hospizdienst (AHD) zog in die Räume der Wendstr. 13 und sorgt von hier aus für Palliative Angebote in der Häuslichkeit, bietet Bildungsveranstaltungen an, lädt zu Treffen für Trauernde, bildet weiter ehrenamtliche Begleiter*innen aus. Auch der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst „Altmark“ hat hier seinen Sitz.

Die große Zahl von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Stiftung Adelberdt Diakonissen Mutterhaus zeugt von der Aktualität der Sorge füreinander über die gesellschaftlichen Veränderungen der Zeiten hinweg. 

Kontakt und Standorte

Ev. Hospiz Stendal

Bergstraße 26
39576 Stendal

Tel.: (03931) 49 21 00
E-Mail: ramona.nitsche@hospiz-stendal.de

Ambulanter Hospizdienst Stendal

Wendstraße 13
39576 Stendal

Tel.: (03931) 21 83 38
E-Mail: ramona.nitsche@hospiz-stendal.de

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