Dahlen – Ein Ortsteil von Stendal stellt sich vor


Wir haben keine Schlafdörfer; viele junge Leute und sehr viele Kinder beleben unsere Orte.“


(Christel Güldenpfennig, OT-Bürgermeisterin)

Dahlen, Gohre, Welle u. Dahrenstedt liegen im Süden des LK Stendal an der Uchteniederung mit prägenden romanischen Feldstein-Kirchen. Alle vier Orte, im 12. Jh. entstanden, wurden durch die Eingemeindung 2009 zu Stendaler Ortsteilen mit heute insgesamt 568 Einwohnern (Stand: 26.11.2014).

In Dahlen, einem typischen Straßendorf, leben 262 Einwohner. Nach Ritter Georg v. Dalhem benannt, wurde es im 30-jährigen Krieg vollständig verwüstet. Wieder aufgebaut, blühte 1864 – 1871 vor allem die Land- u. Viehwirtschaft. Eine Schule erhielt Dahlen 1929. Der damalige Klassenraum und das Lehrerhaus sind erhalten geblieben, heute in neuer Funktion. Dahlen war bis 2002 Grundschulstandort, heute besuchen die Grundschulkinder die Ganztagsgrundschule in Stendal. Die Kita „Die kleinen Strolche“, in den 50-ern gegründet, bietet 45 Plätze. Die Leiterin Cornelia Haußen erhöht mit vielfältiger Projektarbeit die Außenwirkung dieser Ganztags-Einrichtung.
Der Feuerwehr- u. Heimatverein „St. Florian“ Dahlen und die sehr aktive Jugendwehr Dahlen/Gohre unterstützen die Einwohner aller Ortsteile bei zahlreichen Aktivitäten wie das traditionelle Weihnachtsbaumverbrennen in Dahlen, den Brauchtumsfeuern am Gründonnerstag in Gohre, dem Osterfeuer in Dahrenstedt, dem Maifeuer in Dahlen sowie beim jährlichen Dorf- und Kinderfest in Dahlen.

Die Kameraden der FF Dahlen engagierten sich beim Hochwasser 2013 sehr stark. Aus diesem Anlass erhielten 12 Kameraden für ihre große Einsatzbereitschaft anlässlich des Dorffestes im Juli 2014 durch die Ortsbürgermeisterin die Fluthelfernadel des Landes Sachsen-Anhalt. Dahlen hat einen schönen Spielplatz/Sportplatz mit Bolztoren, der sich bei der Jugend großer Beliebtheit erfreut. Der FF-Versammlungsraum mit Platz für ca. 40 Personen kann auch für private Veranstaltungen gemietet werden.


Gohre, ein typisches Rundlingsdorf mit 154 Einwohnern, liegt an der B 189. Der Name leitet sich vom wendischen „gora“ ab, dies bedeutet „Höhe“. Es war Stammsitz der alten Familie von Gohre, deren Nachkommen als Freiherren v. Gor in Bayern ansässig wurden. 1823 zerstörte ein Brand das Dorf. Die Häuser wurden in der ehemaligen Anlage neu aufgebaut, das Dorfzentrum durch Straßen eingekesselt.
Patron der Gohrer Kirche war das Kloster Wolmirstedt. Sehr rührig kümmert sich heute der Landfrauenverein Gohre um Belange und Aktivitäten nicht nur der Gohrer Einwohner. Der Spielplatz in der Dorfmitte lädt die Kleinsten zum Tummeln ein. In Gohre daheim ist auch die älteste Einwohnerin, die 96-jährige Frau Maria Karth.


In Welle, einer Gutsgründung der Familie v. Bismarck 1151, leben 82 Einwohner. Namentlich ist die Bezeichnung herzuleiten vom althochdeutschen „wila“, einzelnes Haus. Seine Gutskirche, eine Patronatskirche, ist die kleinste romanische Kirche der Umgebung. Reste der alten Gutsmauer sind entlang der Dorfstraße zu sehen. Das klassizistische Gutshaus und der ostseits des Gutes angelegte Park sind erhalten. 1998 erwarb die Familie v. Götz-Mohr mit verwandschaftlichen Bindungen zu den Briester Bismarcks den Hof und gab durch verschiedene Veranstaltungen dem Familienbesitz wieder Perspektiven. Bis 2007 gab es dort regelmäßig das Weller Gartenfest. Im Rahmen des altmärkischen Musiksommers finden jährlich Konzerte in der kleinen Weller Patronatskirche statt. Der 1. Altmärkische Birnentag am 3. Oktober 2014 fand so großen Anklang, dass er zur Tradition werden soll.


Dahrenstedt hat 70 Einwohner, hier lebt seit Dezember 2014 bei der Fam. Hubrich die jüngste Einwohnerin. Unter dem Namen „Thornstede“ gegründet, ist es ein typisches Straßendorf, dessen Straße von Drei- u. Vierseiten-Höfen und Kniestockhäusern gesäumt ist. Das Umland ist auch hier rein landwirtschaftlich geprägt. Südlich des Ortes erhebt sich der 71 m hohe Weinberg. Durch Einwohner gespendete Tafeln in der Kirche erinnern an die im 1. und 2. Weltkrieg gefallenen Söhne und Männer des Ortes. Aus einem Baum, der 1871 als Friedenskastanie vor dem Hof Nr. 10 gepflanzt wurde, ist heute ein Kunstwerk „Der Wächter von Dahrenstedt“ entstanden.

In einer Broschüre, anlässlich der
850-Jahr-Feier im Jahr 2010 wurden kleine, wichtige und lustige Geschichten in einer kleinen Chronik zusammengestellt. Auch die drei geheimnisumwitterten Sagen von Dahrenstedt sind überliefert und können im Altmärkischen Museum zu Stendal nachgelesen werden.

Ein Anziehungspunkt, vor allem im Sommer, ist der zum Kunsthof Dahrenstedt umgebaute alte Bauernhof, von Monika v. Puttkamer und Hejo Heussen geführt. Hier finden ab April jeden Jahres Vernissagen und Konzerte statt; Kunstwerke können auch erworben werden.



Seit 2003 kann man das „Malstübchen“ von Rosemarie Grunow besuchen, das sich im 1898 erbauten Schulhaus, dem heutigen Wohnhaus der Familie, befindet.
Durch die verkehrsgünstige Nähe zweier Bundesstraßen wurden alle Ortsteile Dahlens zu attraktiven Wohnstandorten an der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung im Norden Sachsen-Anhalts (Wolfsburg-Stendal-Rathenow).

Im nahen Stendal bestehen Bahnanschlüsse nach Hannover, Berlin und Magdeburg. Regelmäßig verkehren Linienbusse nach Stendal, sogar nach Tangerhütte. Neben 15 ortsansässigen Handwerks- u. Dienstleistungsbetrieben bleibt aber weiterhin die Landwirtschaft mit je zwei großen, modernen Betrieben pro Dorf prägend.

Die Schulkinder der vier Ortsteile besuchen die Schulen der verschiedenen Schulformen in Stendal. Ebenso werden die künstlerischen und sportlichen Angebote der verschiedenen Vereine in Stendal genutzt. Junge Familien und Paare zieht es verstärkt in die Ortsteile; sie modernisieren alte oder bauen neue Häuser. Wichtig ist aber allen Einwohnern, dass das lebendige Miteinander nicht verloren geht. (gb)

Ortsteil-Büro Gohre, Kleine Straße 6, Sprechzeiten individuell nach Vereinbarung, Ortsbürgermeisterin Christel Güldenpfennig



Für Bilder und Texte sind die jeweiligen Ortsteile verantwortlich