Ein Ortsteil von Stendal stellt sich vor: diesen Monat Möringen

DSC00377-Panorama„Von Möringer und Klein Möringer Bürgern bin ich gewählt worden, und sie stehen bei mir an erster Stelle.“
(Christina Jacobs, gebürtige Thüringerin, seit 1980 in Möringen lebend, seit 2004 OT-Bürgermeisterin mit kurzzeitiger Unterbrechung)

Möringen wurde 1201 als „morunge“ erstmals urkundlich erwähnt: Am „Moor“ der Uchte gelegene, von süddeutschen Einwanderern gegründete Siedlung. 1268 wurde über einen Ritter „morunge“ berichtet. Möringen hat 600 Einwohnende (31.12.2014). Klein Möringen soll eine slawische Siedlung gewesen sein. Hier leben 150 Einwohner/innen. Beide Orte bilden seit der Eingemeindung zu Stendal 2010 den Ortsteil Möringen.
Möringens Dorfstraße ist durch Vier-Seiten-Höfe gekennzeichnet, noch heutiger Lebensmittelpunkt alteingesessener Bauernfamilien wie die der Fam. Mewes und Projahn. Durch Möringen verläuft die „Alte Heerstraße“, die Napoleons Truppen zum Durchmaschieren nutzten. Beweis für ihre Existenz ist ein alter Postmeilenstein. Blickfang ist die spätromanische Feldsteinkirche St. Leonhard, eine der stilechtesten, schönsten der Altmark. 1125 – 1150 erbaut, bildet sie mit der Findlingsmauer des Friedhofes eine fast vollständig erhaltene romanische Anlage und war lange Zeit Wallfahrts-Kirche. Ihr Turm beherbergt eine der ältesten Glocken der Altmark. Sehenswert auch das Sühne-kreuz, um 1335 entstanden, weil der Glockengießer seinen Lehrling erschlagen hatte. Klein Möringen hat ebenfalls Vier-Seiten-Höfe und eine neoromanische Feldsteinkirche, die im 13. Jh. erbaut wurde. Ihr Backsteinportal und die detailreiche Innenausstattung erzählen viel über die bewegte Geschichte der „Alten Mark“. Die erste Schule wurde 1907 in Möringen gebaut.

Als 1974 ein neues Schulgebäude entstand, zog die Kindertagesstätte „Kinderland“ in das alte Gebäude und betreut seither Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren. Die allerjüngsten Möringer sind erst im Verlauf des Jahres 2015 geboren worden; der älteste ist Herr Günther Benecke (97 Jahre). 2001 hat Möringen ganz groß 800 Jahre Bestehen gefeiert. Ortsansässig sind die Firmen Agrargenossenschaft Möringen und Saatzucht Möringen, woher das „weiße Gold“ stammt, der Spargel. Erfreulich: seit 3 Jahren findet sich auf dem Schornstein des Saatzuchtbetriebes jeweils am 1. Mai ein Storchenpaar ein, wie der Storchenbeauftragte „Hansi“ Pietraszyk gern in Wort und Bild dokumentiert. Seine Ehefrau Karin hat bis 2014 die Dorfchronik betreut, jetzt führt sie ehrenamtlich Karina Seyfarth weiter. Der Ortsteil Möringen hat 5 Vereine: Größter ist der Sportverein MSV Möringen, unter seinem Dach die Möringer Frauensportgruppe, die 2012 30-jähriges Bestehen feierte. Dann der Schützenverein Möringen/Altmark mit über 20 Mitgliedern, auch aus der Umgebung, der im Oktober 2015 20-jähriges Jubiläum feiert und sehr gute Wettkampfergebnisse erzielte. Der Glockenförderverein St. Leonhard engagiert und kümmert sich um die Kirche und das Drumherum. Außerdem die Fördervereine der FFW Möringen und Klein Möringen. Seit 2013 hat der Ortschaftsrat, bestehend aus 8 Mitgliedern, eine finanzielle Rücklage gebildet, um sie in die örtliche Grundschule zu investieren. 2014 feierte sie ihr 40-jähriges Bestehen in einer emotionalen Veranstaltung, bevor sie dennoch schließen musste, weil geforderte Mindestschülerzahlen nicht erreicht werden konnten. 600,- €, durch Gäste und Einwohner an diesem Tag gespendet, erhielt die Kita zur Anschaffung neuer Spielgeräte. Um Erhalt des Schulgebäudes bemüht, erarbeitete Christina Jacobs 2014 das Konzept eines Mehrgenerationenhauses, worin sich Jugendklub, Seniorengruppe, Dorfbibliothek, Gemeindebüro, ein hilfegebendes ehrenamtliches Bürgerbüro sowie Büro des Ortsbürgermeisters, ein beabsichtigter Tante-Emma-Laden und zukünftig eventuell der Kindergarten die vorhandenen Räumlichkeiten teilen könnten. Die Turnhalle wird sowieso turnusmäßig durch die Vereine belegt. Der Spielplatz der Grundschule wurde öffentlich gemacht. Durch Beharrlichkeit der OT-Bürgermeisterin, Tragfähigkeit dieses Zieles zur Wiederbelebung des Hauses und engagiertes Dahinterstehen aller Einwohner konnte erreicht werden, dass es ins Förderprogramm der Hansestadt Stendal für 2017 aufgenommen wurde. Zwar gibt’s DGHs in Möringen und Klein Möringen, gekoppelt aber mit den Schulungsräumen der FFW und als derzeitige Noch-Begegnungsstätten für Senioren, die einen Umzug in so ein künftiges Mehrgenerationenhaus sehr begrüßen würden.

Der dörfliche Zusammenhalt mit den „Legoländlern“ (scherzhaft für die Bewohner der neu errichteten Einfamilienhaussiedlung) und zwischen Alteingesessenen und neu Hinzugezogenen ist harmonisch gewachsen; auch im Vereinsleben sind alle füreinander da. Bezeichnend dafür der letzte Sturm, der das Sporthaus zerstörte und den Platz stark in Mitleidenschaft zog. Einwohner, Sportler, Vereine haben dafür gesorgt, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Gewöhnlich kommt ein Bücherbus, aber die örtliche Dorfbibliothek, die von Tom Weber mit Leib und Seele ehrenamtlich geleitet und ab und zu mit einer weiteren ehrenamlichen Kraft zusammen betrieben wird, feiert 2016 10-jähriges Bestehen. Sie sorgt nicht nur bei Einheimischen für genügend Lesestoff, auch bei der Tangerhütter Lebenshilfe. Traditionell gehören wiederkehrende Feste zum gesamten Ortsteil, das Osterfeuer mit Lampionumzug, vom Kl. Möringer Förderverein d. FFW mit ganz viel Mühe vorbereitet, am Ostersonntag das immer beliebter werdende „Eiertrudeln“ in der Möringer Akazienkuhle, das durch den Förderverein d. FFW Möringen mit viel Liebe zelebrierte Aufstellen des Maibaumes, die Pfingstfeste unter dem Motto von 0 bis 99, seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken, und gern besuchte Faschings-, Grill- und Sommerfeste der Senioren. Zu deren gesonderten Treffen mit ihrer Seniorenbeauftragten soll auch das früher monatlich stattgefundene Seniorenfrühstück wieder aufleben. Ebenso gut angenommen werden Veranstaltungen wie Kirchencafé, Kinderweihnachts- u. Seniorenweihnachtsfeiern oder Halloween, wofür im Wehrgarten Kürbisse angebaut und die Kinder dann zum Schnitzen aufgerufen werden. Zum 1. Advent wird ein Weihnachtsbaum vorm Jugendklub aufgestellt und von den Möringer Kindern mit Hilfe der FFW geschmückt, wobei zu diesem Event Weihnachtsmann und Rentier und zahlreiche Einwohner vorbeischauen und die Frauen des Fördervereines Plätzchen und den kleinen Weihnachtsmarkt vorbereiten… (gb)
Ortsteil-Büro: Gartenstraße 1, 39576 Stendal, OT Möringen, Sprechzeiten nach Vereinbarung, OT-Bürgermeisterin Christina Jacobs